Nichts als historisches Marketing: Der Mythos von der Öffnung Japans durch die Amerikaner

Hier gibt es ein schönes und recht gut gemachtes Video, das fast drei Stunden lang die Geschichte Japans ausleuchtet: http://newsonjapan.com/html/newsdesk/article/106155.php

 

Doch in den entscheidenden Momenten der modernen Geschichte setzt es total aus. Die Rolle, die Philipp Franz von Siebold in Japan gespielt hat, wird völlig übergangen - er war immerhin der erste ausländische Berater des Shogunats. Und was die 'Öffnung' Japans angeht, so folgt das Video immer noch der beschönigenden Selbstdarstellung von Commodore Perry aus dem Jahr 1857 und behauptet, die Amerikaner hätten einen 'Handelsvertrag' mit Japan abgeschlossen. Die Leser der Nippon-Trilogie wissen natürlich, dass die Russen unter der Leitung von Vize-Admiral Putjatin die ersten waren, die einen echten Handelsvertrag abgeschlossen hatten. Die Amerikaner mussten sich später vielmehr auf diesen russischen Vertrag berufen, um selbst ein Handelsrecht in Japan zu erhalten.  Die angebliche 'Öffnung Japans' durch die Amerikaner ist nichts anderes als Geschichtsmarketing. Erstaunlich ist eigentlich nur, dass sogar die Japaner selbst daran glauben. Ob die 'Entdeckung des Ostpols' daran etwas ändern kann? Es wäre immerhin das erste Mal, dass die Weltgeschichte durch einen Roman korrigiert wird.

 

 

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